Weissagung aus der Erde

Der Begriff Geomantie setzt sich aus den griechischen Wörtern Ge(o) und Mantie zusammen. Ge(o) geht auf die Göttin Gaia zurück und steht für die Wesenhaftigkeit der Erde. Mantie steht im übertragenden Sinne für die Wahrnehmung von Lebenskraft.

 

Heiligtümer

Heilige Orte sind Urphänomene religiöser Erfahrung in allen Religionen. Es gibt Orte, die von anderer Qualität sind, als die übrige sie umgebende Wirklichkeit. Heilige Orte, die von Menschen „entdeckt werden müssen, also nicht einfach von ihnen geschaffen werden, das sind zunächst Naturheiligtümer ( Berge, Quellen, Flüsse...), dann kamen aber auch Tempel oder andere Kultstätten hinzu. Sie sind herausgenommen, abgetrennt von der übrigen Umgebung und werden, da sie eine Verbindung mit dem Göttlichen ermöglichen, zu einem Orientierungspunkt für das Leben des religiösen Menschen, zum Mittelpunkt seiner Welt. Hier kann er Schutz suchen, hier gelten andere Regeln als in der Welt "draußen".

Baum

Kirchen - Marterl – Bäume

Kirchen, Marterl und Wegkreuze wurden früher stets auf Plätzen errichtet, die eine besondere Ausstrahlung hatten und haben. Die Kraft der Natur wurde bewusst bei der Errichtung einer religiösen Kultstätte beachtet.

Bäume wiederum spielen in allen Religionen eine symbolhafte Rolle. Sie werden mit dem Kosmos und dem Göttlichen in Verbindung gebracht.
Bäume beeindrucken uns allein schon durch ihre Erscheinung — sind sie doch die größten und langlebigsten Lebewesen auf unserer Erde.
In verschiedenen Bräuchen wird der Baum als Symbol für Leben, Kraft, Fruchtbarkeit und Segen verwendet. Beispiele: der Hausbaum, der Lebensbaum, der Maibaum, der Firstbaum und natürlich auch der Christbaum.

Es gibt Orte, an denen man eine ganz besondere Energie fühlen kann. Wir suchen sie auf, um zu entspannen, uns zu sammeln, oder einfach um der Natur näher zu sein und der Hektik der Großstadt zu entfliehen.
Einige dieser Orte wurden vor langer Zeit geschaffen und waren Kultplätze, andere wurden von den Menschen erst vor "kurzem" geschaffen und dienten seit Anbeginn ihrer Entstehung als Erholungsgebiete.

Manche Orte üben eine gewisse "Faszination" auf uns aus, so dass wir immer wieder dorthin zurückkehren wollen, andere kennen wir nur aus Erzählungen. Manchmal sind es Orte, die man per "Zufall" findet, andere sind weithin bekannt.
Doch eines haben sie alle gemeinsam:
Viele Menschen besuchen sie - bewusst oder unbewusst - weil sie die Energien an diesen Orten fühlen können.

Kraftorte sind bestimmte Punkte auf der Erdoberfläche, die eine hohe Energie ausstrahlen. Diese Orte liegen meist auf Kraftlinien, die die Erde durchziehen und die unseren Energie-Meridianen entsprechen. Diese Kraftlinien transportieren Energien, um das System des Erd-Organismus mit Kraft zu versorgen bzw. entsorgen. Die Linien überschneiden sich häufig. Die Schnittpunkte sind von ganz besonderer Kraft erfüllt, tragen sie doch die Energien aller sich schneidenden Linien in sich.
Beim Menschen kennen wir auch bestimmte Punkte auf den Energie-Meridianen, die, mit Akupunktur behandelt, bestimmte Organe und Körperteile beeinflussen können, ihnen entweder Energie zuführen oder Energie entziehen können und dadurch Heilung oder Linderung bewirken.

Jörg Purner beschreibt in diesem Zusammenhang die Geomantie als "Alte Kunst und Wissenschaft, natürliche Energieströme und Energiezentren auf der Erdoberfläche auszumachen und in die landschaftsverändernde und landschaftsgestaltende Maßnahmen einzubeziehen" (Purner, 1991).

Der Begriff Lebenskraft geht weit zurück in die Geschichte und wird in unterschiedlichsten Kulturen beschrieben. Speziell in China spiegelt sich die Auseinandersetzung mit der Lebenskraft über das Forschungsgebiet der Akupunktur und deren Anwendung in der Medizin wieder. Dementsprechend können wir z.B. lineare vitalenergetische Systeme der Landschaft mit den Akupunkturmeridianen beim Menschen vergleichen. Sie bündeln und leiten die Lebenskraft durch die Landschaft (Frohmann, 2000) Chi (China) - Ki (Japan) - Prana (Indien) - Lung (Tibet) - in Griechenland früher Ätherkräfte - in Europa Vitalkraft.

Die geomantischen Phänomene des Raumes sind Aspekte der Lebenskraft, sie manifestieren sich an bestimmten Stellen mit unterschiedlicher Qualität und Wirkung in der Landschaft. Dies wurde bereits im Neolithikum erkannt und kulturell durch die Anlage der bekannten Megalithkreise, wie z.B. Stonehenge, gestalterisch unterstützt. Die Kelten, Römer und Griechen führten dieses Wissen in der Anlage ihrer Kultplätze weiter. Später wurden diese Orte christianisiert und so kommt es, dass sich viele auch heutige kulturell bedeutsame Orte (Kirchen, Schlösser, Amtsgebäude) an geomantisch wichtigen Orten der Landschaft befinden. Heute spricht man in diesem Zusammenhang immer wieder von "Orten der Kraft".

Es sind aber nicht ausschließlich die kulturell belegten Plätze, welche geomantisch bedeutsam sind, sondern auch naturräumliche Gebiete, wie Gewässer und deren Uferbereiche, Täler und Berge. In der geomantischen Betrachtung des Raums geht es also nicht nur um das Verständnis einzelner Orte, sondern um ein gesamtes (holoistisches) Begreifen der Vital- und Seelenkraft der gesamten Landschaft.